Ehrungen bei der Jahreshauptversammlung

V.l.n.r.: Ehrenvorstand Wilfried Brust, ehemaliger Spielleiter Roland Vogel, Ehrenmitglied Georg Huppmann, stellv. Vorstand Oliver Brust, Florian Christ (25 Jahre), Elmar Hübner (Theaterehrung 25 Jahre), Vorsitzende Renate Moreth. ))==Foto: F. Kress

Am 30.09.2020 fand unsere Jahreshauptversammlung im Feuerwehrhaus statt. Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Sigmund Appelmann, Florian Christ, Michael Neeb, Linda Erhard, Heike Kötschau, Karlheinz Schießer und Markus Zopf geehrt. Elmar Hübner erhielt vom Bund Deutscher Amateurtheater eine Auszeichnung für 25 Jahre aktives Theaterspiel überreicht durch Renate Moersbach vom BDAT und der ARGE Mundarttheater Franken. Roland Vogel wurde als Spielleiter der Theatergruppe aus dem Dienst verabschiedet und Martin Schlör als neuer Spielleiter von der Theatergruppe bestätigt. Eine besondere Auszeichnung wurde unserem Georg Huppmann zuteil: Die Versammlung ernannte ihn zum Ehrenmitglied. Er hat sich als Trachtler, Theaterspieler, Kulissenbauer, Gerätewart im Lagerhaus und vielen anderen Bereichen seit der Gründung unseres Vereins intensivst eingebracht. Die Einrichtung des Museums im Lagerhaus geht auf seine Initiative zurück. Herzlichen Glückwunsch allen Geehrten.

gez. die Vorstandschaft  

2020-09-30 Ehrung Elmar Hübner 25 Jahre Theater
Renate Moersdorf von der ARGE Mundarttheater Franken ehrt Elmar Hübner für sein 25-jähriges aktives Mitwirken in der Theatergruppe. Foto O. Brust

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Die Blütezeit der Schweinfurter Gautracht

Teil 3 der Trachtenserie

Dass sich Trachten immer wieder verändert haben und Mode auch in der Tracht eine gewisse Rolle spielt, haben wir in den vorhergehenden Artikeln dieser Serie bereits erklärt. Modische Veränderungen haben sich aber immer in großen Zeiträumen von 10-20 Jahren abgespielt und so hat sich die Tracht im Schweinfurter Gau oder auch im Werntal ab 1890 zu einer neuen schlichten und gleichsam prächtigen Form weiterentwickelt. Schlicht bezogen auf den eher barocken Stil der 1850-er Tracht und prächtig bezogen auf Stoffqualitäten wie Samt und Seide.

Wie bei der höfischen Kleidung haben sich auch die Trachten der Bauersfrauen zu meist schwarzen Kleidern entwickelt. Der Körres (=Oberteil der Festtracht) und der Rock sind zwar immer noch 2 getrennte Kleidungsstücke aber nunmehr aus dem gleichen Stoff. Man nennt diese Trachten daher auch „Körresklääder“.

Die sogenannten Körreskläder bestehen aus dem Körres und dem Rock. Darüber werden ein Schultertuch und eine Schürze getragen. Die Farben der Schürzen und Tücher sind auf den Anlass und den kirchlichen Kalender abgestimmt. An bestimmten Feiertagen z.B. Weihnachten, Ostern Pfingsten, Fronleichnam wurden vornehmlich rote Tücher und Schürzen angezogen. Wenn wir von rot sprechen, sind immer schwarzgrundige Muster mit eingewebten roten Mustern gemeint. Das können Blumenmuster aber auch stilistische Ornamente sein. In der Karwoche wurde z.B. lila oder blau getragen. Zur Beerdigung und auch in der Trauerzeit danach komplett schwarz. Nach der Trauerphase gab es die Zeit der Abtrauer oder Nachtrauer. Hier wurden dann statt komplett schwarz schon auch gedeckte Farben getragen (blau, lila, grün, braun).

Doch zurück zu den Körreskläädern. Während bei der Tracht um 1850 der Rock aus einem roten mit Seidenborten besetzten Woll-Leinen-Gemisch bestand und dazu ein mit Goldborten besetzter Seiden- oder Tuchkörres getragen wurde, wurden bei den Körreskläädern für Rock und Oberteil die gleichen Stoffe verwendet. Es gab Seide mit eingewebten bunten Mustern und Blumen, einfarbiger Seidentaft, Atlas, Samt, Woll-Seide-Jacquard oder auch Wollstoff. Die meisten Kärreskläder waren schwarz. Es gab aber auch ganz exotische Farben wir blau, lila, weinrot, pink, grün, curry, braun. Manche Röcke waren mit 1-3 schwarzen umlaufenden Samtbändern versehen. Nach der 1850-er Tracht, mit eng in Falten plissierten Röcken wurden in der Übergangszeit zur neuen Tracht (1920) zunächst lange gezogene (gestiftelte) glatte Röcke (darunter auch noch der Wattrock) getragen. Ab 1910 kamen dann die gut 10 cm kürzeren Faltenröcke auf. Die Falten wurden mit der Hand gebügelt (Faltentiefe 1,5-3 cm). Bevor der Rock im Bund gefasst wurde, waren die Röcke noch mit ca. 3 Reihen gestiftelt. Vorne (unter der Schürze) sind die Röcke stets glatt und auch nicht gestiftelt.

Die Körres der alten Tracht waren aufwändig mit Goldborten am Ausschnitt verziert, denn die Schulter-Tücher wurden nach hinten geschlungen. Bei der neuen Tracht dagegen wurden die Tücher über der Brust gekreuzt und in den Schürzenbund gesteckt, so dass man den Ausputz an der Brustseite nicht mehr sehen konnte. Dennoch haben die Schneiderinnen in der Zeit weiterhin aufwändige Verzierungen angebracht. Aus dem gleichen Stoff wie der Körres wurden Smok-Arbeiten erstellt. Diese Borten wurden um den Brustausschnitt angebracht. Die „Froschmöllesbördli“ (Froschmäulchen-Borten) wurden am Rücken zum andeuten der Bogennaht angebracht. Die unteren Ärmel der Körres wurden in allen Dörfern des Schweinfurter Gaues mit einer aufwändigen und bunten Nähmaschinen-Stickerei verziert. Hier bildet Geldersheim eine Ausnahme. Die Schneiderin in Geldersheim hat bei der Gestaltung der Körresärmel die Machart der alten Tracht beibehalten und auf der Oberseite des Unterarms kleine Fältchen gelegt. Um die Bündchen wurde ebenfalls eine Smokarbeit angebracht.

Hieraus kann man übrigens erkennen, dass es in den Dörfern Schneiderinnen gab, die fürs ganze Dorf genäht haben, denn fast alle Kleidungsstücke aus einem Dort tragen die gleiche „Handschrift“. Es hab also örtliche Unterschiede, der wohl deutlichste Unterschied ist bei der Geldersheimer Tracht anzumerken. Doch auch bei manch anderen Dörfern gibt es z.B. einen Bund, der vorne extra zu schließen war. Im Wesentlichen sind die Körres aus allen Dörfern der Schweinfurter Gautracht oder Werntaltracht gleich.

Unter dem Körres trug man entweder das Mieder („Leible“ oder „Korsettle“ genannt), das am Rücken über dem Gesäß ein wattiertes Polster hatte, auf dem die Unterröcke und der Oberrock saßen. Vorne war es spitz nach unten zulaufend geschnitten, so dass es gut im Rockbund gehalten hat. Der Körres ist etwas kürzer und wurde nie in den Rock gesteckt. Wenn auch die Mieder weiter ausgeschnitten waren als der Körres, so trug man darunter bis zum Hals hochgeschlossene weiße Leinen- oder Baumwollblusen („Hömmer“ genannt). Mieder wie auch Körres waren außerdem flach geschnitten, so dass die Brust keinesfalls betont wurde.

Bei den Schürzen und Tüchern gab es ebenfalls verschiedene Stoffqualitäten. Für Feiertage Seide, für Sonntage Seide und Wollmousselin, für die „Werktagskirch“ und „Frömm-naus“ (z.B. Einkäufe in der Stadt) Wollmusselin und für die Feld-, Stall- oder Hausarbeit meist blaue Baumwollschürzen. Man bedenke, dass die Trachten in der Regel nicht waschbar waren. Nur die blaue Arbeitstracht sowie die weißen Unterröcke und Hemden (auch bei der Frauentracht sprach man von Hemden und nicht von Blusen wie heute) waren waschbar. Die guten Trachten wurden nach dem Kirchgang gelüftet und aufgeräumt. Man trug zuhause die waschbare Werktagstracht. Eine Frau hatte sich früher mehrfach am Tag umzuziehen, denn die Tätigkeiten wechselten von Stallarbeit, Haushalt und Gottesdienst.

Interessant ist auch die urfränkische Kopfbedeckung: Das Kopftuch. Wie in vielen Religionen üblich bedecken verheiratete Frauen ihr Haupt zumindest beim Kirchgang. So ist das auch bei den Trachten im Schweinfurter Gau in den katholisch geprägten Dörfern üblich gewesen. Junge unverheiratete Mädchen trugen keine Kopfbedeckung. Lediglich zur Kommunion, zur Firmung, als Marienbildmädchen an Fronleichnam und zuletzt zur Hochzeit trugen die ledigen einen Myrtenkranz. Ab der Hochzeit aber ein Kopftuch, das unter dem Kinn zu einer lockeren Schluppe gebunden war. Die Bänderhaube stammt eigentlich aus der früheren Trachtenepoche. Sie wurde nur zu ganz besonderen Repräsentationszwecken auch zu den Körreskläädern getragen. Heute ist bei den Trachtenvereinen die Bänderhaube üblich und ein Kopftuch sieht man eigentlich nicht mehr.

Besonders ausgeprägt ist der Biedermeier-Schmuck aus sog. Schaumgold. Die Frauen trugen Ohrringe, Fingerringe (durchaus an mehreren Fingern), manchmal bis zu drei Broschen und das goldene Kreuz, das meist an mehreren silbernen Erbsketten hing. Armbanduhren gab es zur Tracht nicht. In den 1920-er Jahren kamen kleine Taschenuhren als Modeerscheinung zur Tracht auf. Sie wurden ebenfalls an einer Halskette befestigt („Schieberkette“) und in einem kleinen Täschchen, das im Bund des Körres versteckt war, getragen.

Männertrachten gab es zu dieser Zeit nicht mehr. Die Männer trugen ab 1900 bis 1920 zu festlichen Anlässen den schwarzen Gehrock, darunter ein weißes Hemd mit Fliege oder Krawatte, schwarze Weste und einen Zylinder. Später einen meist schwarzen Anzug. Sie waren nicht mehr der Heimatregion zuordenbar, sondern komplett „städtisch“ modern gekleidet. Während die Frauen durch ihre Kleidung noch regional zuordenbar waren.

In der nächsten Folge in einer der kommenden Ausgaben geht es um die weitere Entwicklung der Tracht bis heute. 

Oliver Brust, 16.09.2020

Bildunterschriften

Mädchen und zwei Frauen: Foto O.Brust

Von links nach rechts: Mädchen mit Myrtenkranz und Festtracht, verheiratete Frau mit Festtracht, verheiratete Frau mit Abtrauertracht

Historisches Brautpaar – Archiv Heimatverein

Besonders auffällig bei der Braut ist der Schmuck. Neben dem goldenen Kreuz trägt sie die kleine Taschenuhr an einer Schieberkette. Der Bräutigam ist schon im Anzug gekleidet.

Historisches Porträit – Archiv Heimatverein

Bei dieser historischen Aufnahme fallen der Schmuck (goldenes Kreuz, Brosche(n) und die Ohrringe) sowie die aufwändige Frisur auf.

Frau mit roter Schürze – Foto O. Brust

Ein versteckter Schatz ist das auf Samt gestickte „Gern-Daschla“. Eine flache Tasche zum umbinden, die immer von der Schürze verdeckt war. „Gern“ ist ein alter Dialektausdruck für Schoß.

Frau mit rosa Schürze – Foto O. Brust

Die junge Braut trägt den Myrtenkranz und einen typischen Geldersheimer Körres, denn die Ärmel sind nicht bunt verziert. Die in den anderen Orten üblichen Körres mit den bunt verzierten Ärmeln bezeichneten die alten Geldersheimerinnen als „frömme Moudi“.

4 Frauen mit Kopftuch – Archiv Heimatverein

Die Frääli sind noch echte Trachtenträgerinnen gewesen, die die Tracht auch im Alltag trugen. Bei Ihnen sieht man das für die fränkische Tracht typische Kopftuch (die sog. „Hulla“). Die Aufnahme entstand nach dem Schützenumzug 1989 in Geldersheim.

4 Personen von hinten – Foto O.Brust

Auf diesem Foto kann man die Veränderung der Tracht am besten erkennen. Die historische Tracht bei Mann und Frau um 1850 und die „neue“ Tracht um 1920. Die Männer tragen schon keine Tracht mehr, sondern Gehrock und Zylinder.

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Die Männertracht im Schweinfurter Gau

Teil 2 der Trachtenserie

Die sog. „Schweinfurter Gautracht“ oder „Werntaltracht“ erstreckt sich über ein Gebiet von Münnerstadt über Gemünden, Karlstadt, Würzburg, Gerolzhofen bis Schweinfurt. Wir sprechen hier von verschiedenen Trachtenepochen. Die sog. „alte Tracht“ stammt aus der Zeit zwischen 1800 und 1880, bis zur „neuen Frauen-Tracht um 1920“ gab es eine Übergangsform. Auch die 1920-er Form erfuhr eine Abwandlung und wurde zuletzt noch bis ca. 2000 von einigen wenigen alten Frauen getragen. Die Männertrachten jedoch haben diese neuen Entwicklungsstufen nicht erlebt. So sprechen wir hier bei der Männertracht von der Zeit um 1800 bis 1880.

Wie auch bei den Frauentrachten gab es bei den Männertrachten verschiedene Abstufungen zu den jeweiligen Anlässen. Ob man den Begriff „Baurische“ (Frauen die auch im Alltag ausschließlich Tracht getragen haben) auch für Männer benutzt hat, ist nicht bekannt. Jedenfalls muss betont sein, in dieser Phase der Tracht sprechen wir von der sog. „lebendigen Tracht“. Die Menschen haben sich also ausschließlich in Tracht gekleidet. Es war keine Uniform und kein Kostüm für besondere Anlässe, sondern die ganz normale übliche Kleidung für die Menschen in unserer Region. Dies trifft vornehmlich auf Bauern und Handwerker der Dörfer zu.

Einflüsse auf die Männertrachten hatten militärische Kleidung und auch höfische Mode. So ist der für unsere Region so typische Hut, der Dreispitz, auch in zahlreichen europäischen historischen Uniformen üblich gewesen. Prachtvoll ausgeputzt wurden die Hüte aber auch von Kaisern und Königen getragen. In unserer Bauerntracht waren die Dreispitze meist mit einem schwarzen Samt band eingefasst und von einer Kordel zusammengehalten. Würde man diese lösen und die drei Seiten herunterklappen, ergäbe sich ein runder, breitkrempiger Hut. Ich denke aber nicht, dass das üblicher Weise oft gemacht wurde, denn auf dem Hutrand waren noch Applikationen aus Goldborten angebracht. Und den Gupf verläuft ein Hutband, dessen Ende mit 2 großen Quasten aus einem der hinteren Hutecken hängt.

Die typische Männertracht besteht aus einer gelben Kniebundhose, einer roten Wollweste und einer blauen Joppe. Die Hosen waren meistens aus hell gegerbtem Hirschleder und reichten bis zu den Waden. Darüber wurden die baumwollenen weißen aber auch blau-weiß gemusterten Kniestrümpfe gezogen, mit einem kleinen Riemen oder Strumpfband gehalten. Heute sind statt der Lederhosen Hosen aus Baumwolle üblich, sogenannte „Velveton-Hosen“. Dieser Stoff ist an der Oberfläche Leder sehr ähnlich, atmungsaktiv, bequem und vor allem waschbar. Wir müssen uns bei allen Trachtenteilen immer vor Augen halten, dass nur die weiße Wäsche (Strümpfe und Hemden und bei den Frauentrachten noch die Unterröcke) waschbar waren. Alle anderen Kleidungsstücke sind zu aufwändig verziert, so dass sie nicht gewaschen werden konnten. Reinigungen gab es damals noch nicht. Daher sind die Festtrachten nach dem Kirchgang ausgezogen, gelüftet und wieder verräumt worden. Die Arbeitstrachten waren meist aber aus waschbaren Baumwoll- oder Leinenstoffen gefertigt und konnten auch gewaschen werden.

Wer jetzt glaubt, dass mit dem typischen Bild (rote Weste, blaue Jacke, gelbe Kniebundhose, Dreispitz) die Männertracht im Schweinfurter Gau umfassen beschrieben ist, irrt gewaltig. Neben den roten Wollwesten, hatten reiche Bauern noch zahlreiche andere Farben und Stoffqualitäten. Einfarbige Seidendamastwesten mit einfarbig eingewebten Blumenmustern oder auch bunt gemusterte Westen sowie Samtwesten waren durchaus üblich. Es gab einreihig und zweireihig geknöpfte Westen, die oft mit silbernen und goldenen Borten versehen waren. Den großen Reichtum drückten die silbernen Kugelknöpfe aus. An mancher Weste findet man davon zwischen 10 und 20 Knöpfe. Die roten Wollwesten wurden oft auch noch bunt bestickt. Bei den Westen war der Rückenstoff in der Regel aus einem hellen manchmal gestreiften Baumwoll-Nesselstoff gefertigt und nur das Vorderteil aus dem edlen Material gemacht.

Über der Weste wurde die blaue Tuchjacke, die Joppe, getragen. Sie war als Zweireiher mit silbernen Knöpfen besetzt. An hohen Festtagen wurde statt der Joppe der lange Mutzen getragen. Er war ebenfalls aus blauem Tuch gefertigt und hätte als 2-Reiher geknöpft werden können, wurde aber meist offen getragen.

Unter der Weste trugen die Männer ein weißes Leinenhemd mit weiten Armen. Um den Hals wurde ein gerolltes Seidentuch gebunden, das vorne zu einer dekorativen Schleife gebunden wurde, ähnlich wie eine Fliege.

Besonders dekorativ und eigentlich kaum zu sehen waren die auf Stramin gestickten Hosenträger. Auch hier gab es ganz verschiedene Muster. Um den Hals gelegt wurde die silberne Uhrenkette, an deren Ende neben der Taschenuhr oft noch ein Patrona-Bavariae-Taler getragen wurde. Außer den silbernen Uhrketten gab es auch geflochtene Haarketten. Das Geld bewahrte der Bauer in einer gehäkelten Perlen-Geldkatze auf, die man in den Hosenbund steckte. Einen Geldbeutel, wie man ihn heute kennt, gab es nicht. Die Hosen hatten auch noch keine Gesäßtaschen.

Die Schuhe waren schwarze Lederschuhe, die mit einer Silber- oder Messingschnalle versehen waren. Daneben gab es auch wie bei der Frauentracht die mit Wollfäden bestickten Straminschuhe. Im Gegensatz zu den Frauenschuhen waren lediglich die Absätze etwas flacher.

Nach der Form mit der gelben Kniebundhose kamen die moderneren schwarzen aber langen Tuchhosen auf. Auf Altern Darstellungen von Hochzeitszügen sieht man oft, dass Bräutigam und Trauzeugen modern mit den langen Hosen gekleidet waren, während die älteren Verwandten die gelben Kniebundhosen trugen.

In den nächsten Ausgaben berichten wir Ihnen über die weitere Trachtenentwicklung. Die Männertrachten wurden zu Gunsten der städtischen Mode aufgegeben und die Frauentrachten graben sich zu einer ganz neuen Modeform weiterentwickelt.

Bildunterschriften

Haupt-Bild des Artikels „Brautpaar“ – Foto Christina Czybik: Zur Hochzeit trug der Bräutigam den Langen Mutzen und ein meist grünes Hochzeitsband, das auf der linken Schulter befestigt war. Auch ein Rosmarinzweig wurde vom Brautpaar gehalten (die Bedeutung ist mir aber unbekannt).

Bild „alte Lederhose“- Foto Oliver Brust: Eine der sehr seltenen alten Lederhosen zur Schweinfurter Gautracht. Auffällig ist der breite Hosenlatz, der nur durch die Verzierung einen schmalen Latz andeutet.

„Hosenträger“ – Foto Oliver Brust – Die Hosenträger wurden unter der Weste getragen und waren kaum zu sehen.

Seidene Männerweste (2) – Foto Oliver Brust. Historisches Beispiel für die Farbenvielfalt der fränkischen Trachtenwesten.

Bestickte Wollweste Details – Foto Oliver Brust: Selbst die Wollwesten waren meist aufwändig bestickt.

Geldkatze – Foto Oliver Brust: Geldkatze nannte man einen gehäkelten Geldbeutel, in den Perlen eingearbeitet waren.

Taschenuhren Foto Oliver Brust: Zur Tracht gab es noch keine Armbanduhren. Die Uhrketten der Taschenuhren waren echte Kunstwerke.

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Auftritt bei der Willkommenstour der Touristinfo am 19.09.2020

Foto O.Brust, Archiv Heimatverein: Auftritt bei der Willkommenstour des Landkreises Schweinfurt am 19.09.2020

Die Touristinfo des Landkreises und der Stadt Schweinfurt haben eine Willkommenstour für Neubürger angeboten. Die Tour führte vom Schlossgut Obbach mit dem Thema biolog. Landbau zum Barockschloss Werneck und schließlich nach Geldersheim. Hier begrüßte die Trachtentanzgruppe die Gäste am Marktplatz mit einer Kirchweih-Tanzrunde (Plantour) und einem Figurentanz (Schlamperer). Anschließend zeigten wir den Gästen unsere Gadenanlage und das archäologische Museum.

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Trachtenpracht – Eine Zeitreise (Teil 1)

Gibt es „die“ Tracht überhaupt und wie sind Trachten entstanden?

Vermutlich fand die bäuerliche Kleidung ihren Ursprung in den Kleiderordnungen der jeweiligen Landesherren. In unserer Gegend machte das Fürstbischöfliche Hochstift Würzburg das größte zusammenhängende Gebiet aus. Während in früherer Zeit die Bauern ein eher unterdrückter und armer Teil der Landesbevölkerung waren, kam der Bauernstand zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu mehr Wohlstand. Die Kleiderordnungen, die jedem Stand vorschrieben, was er tragen durfte, waren nicht mehr in Kraft. Und so entwickelte sich der Wunsch der Bauern sich zu schmücken, edle Stoffe wie Samt und Seide zu verarbeiten und durchaus auch Schnitte und Formen des Adels und des Bürgertums zu übernehmen.

Regionale Eingrenzung

Trachten hatten immer einen regionalen Bezug. In der Regel waren sie nicht auf einzelne Ortschaften beschränkt, sondern in größeren Gebieten annähernd gleich. Dabei gab es aber auch örtliche Besonderheiten. Unsere Region ist das Herzstück des Gebietes der sog. „Schweinfurter Gautracht“ oder auch „Werntaltracht“. Das weiträumige Gebiet reicht von Münnerstadt, Bad Kissingen, Gemünden, Karlstadt, Würzburg, Gerolzhofen bis Schweinfurt. Andere angrenzende Trachtengebiete bilden der Ochsenfurter Gau im Süden oder die Haßberge im Nordosten und die Rhön im Norden. In alten Trachtenbeschreibungen wird unser Trachtengebiet oft auch mit dem Begriff „Geldersheimer Tracht“ überschrieben. Aufgrund der Größe des Trachtengebiets haben sich jedoch heutzutage eher die Begriffe „Werntaltracht“ und „Schweinfurter Gautracht“ durchgesetzt. Im Folgenden beziehen wir uns in der Regel auf die katholisch geprägten Gebiete. In den evangelischen Dörfern Sennfeld und Gochsheim, hat sich die Tracht aufgrund der direkten Zuordnung zum Kaiser („Reichsfreie Dörfer“) anders entwickelt. Dennoch aber gibt es deutliche Parallelen zur katholischen Tracht.

Wer trug die Trachten?

Es gab damals keine Wechselmöglichkeiten. Trachtenträger zu sein bedeutete eine grundsätzliche Entscheidung, an allen Tagen im Jahr zum jeweiligen Anlass die entsprechende Tracht zu tragen. Es gab Trachten für die Arbeit im Stall und auf dem Feld, für den Werktagskirchgang, den Sonntagskirchgang, für hohe Feiertage, für „frömm-naus“ (z.B. für Einkäufe/Erledigungen in der Stadt oder im Nachbarort) usw. Daneben gab es sämtliche Abstufungen auch noch in schwarz für die Trauerzeit und in braunen bzw. lila Tönen für die Übergangszeit nach der Trauer (sog. „Abtrauer“). Tracht trugen im Dorf Bauern und Handwerker, aber auch Knechte und Mägde. Man nannte die Trachtenträger „Baurische“, weil sie die bäuerliche Kleidung trugen. Im Gegensatz dazu gab es auf den Dörfern auch eine geringe Anzahl an „Städtischen“. Das waren meist Beamte, Lehrer, Kaufleute oder manchmal auch Gastwirte. Sie trugen die allgemeine überörtliche Mode und waren optisch nicht dem Trachtengebiet Schweinfurter Gau zuzuordnen.

Epochen

Manche kennen die Tracht vom Hochzeitsbild der Groß- oder Urgroßmutter, das noch im Wohnzimmer in der Ahnengalerie hängt. Diese typischen Hochzeitsbilder aus den 1920er Jahren spiegeln aber nur einen Teil unserer Trachtenkultur und Trachtengeschichte. Man kann die Entwicklung der Tracht in zwei große Epochen einteilen. Dazwischen gab es immer Übergangsformen. Die sog „alte Tracht“ aus der Zeit um 1830 bis 1880 und die sogenannte „neue Tracht“ aus der Zeit um 1900 bis 1940. Die zeitliche Abgrenzung dabei ist fließend. Tracht war niemals statisch und hat sich immer gewandelt. Wirkliche Veränderungen haben aber vieler Jahre bedurft. Meist entwickelten sich Veränderungen in Zeiträumen von 25 Jahren. Sie erfolgten durch anderen Geschmack und durchaus auch durch modische Einflüsse. Die Tracht wurde insbesondere durch die höfische und später durch die bürgerliche Mode beeinflusst. Während die alte Tracht sehr üppig, bunt, prunkvoll und eher barock war, erschien dagegen die neue Tracht eher dezent, mehr Ton-in-Ton und weniger voluminös.

Die alte Tracht um 1800-1880

So gehörte zur alten Festtracht bei den Frauen der Wattrock als Unterrock, eine Art Reifrock, der den darüber folgenden Röcken den ausladenden eleganten Stand gab. Über dem Wattrock wurden mehrere wollene Unterröcke („Kranzröcke“) getragen, hier gab es verschiedene Farben (blau, rot, grün, sogar pink). Diese Röcke waren im unteren Drittel mit Samtapplikationen und Stickereien verziert. Eigentlich schon Kunstwerke für sich – doch es waren nur die Unterröcke. Prachtvoll verziert waren die feuerroten oder braun-roten, fein plissierten Oberröcke. Sie waren mit teuren Seidenborten belegt, meist drei Reihen übereinander. Die Oberröcke hatten einen Umfang von 6 Metern und sind für heutige Dirndl und Trachten sehr lang gewesen. An dieser Stelle sei mal gesagt, dass die optimale Rocklänge bei einer traditionellen Tracht immer derart sein soll, dass man die Höhe eines Maßkruges darunter stellen kann. Kürzer sollten sie auf keinen Fall sein. Die Oberröcke waren nur hinten und an der Seite plissiert, das heißt in kleine Fältchen gebügelt. Vorne unter der Schürze waren sie glatt. Darüber trug man immer eine Schürze. Meist aus feiner Seide, einfarbig oder mit zarten eingewebten Blümchen und Streifen. Sie wurde entweder mit einem dezenten Bindband befestigt oder mit Haken und Ösen verschlossen. Über die Schürze wurde dann ein Zierband gelegt, das vorne eine Schleife andeutete, die aber nur mit Haken und Ösen geschlossen wurde. Diese mit eingewebten Blumenmustern versehenen ca. 7-10 cm breiten Seidenbänder hätten das Binden einer Schleife nicht schadlos überstanden. An ihrem unteren Ende waren sie mit Goldfransen verziert.    

Als Unterkleid trugen die Frauen ein langes weißes Leinenhemd. Meist waren diese im Bereich des Oberkörpers aus einem feineren Stoff gefertigt und von der Taille bis kurz über den Knien aus einem gröberen Leinenstoff. Darüber trug die Bäuerin ein Leibchen[3] (heute sagen wir Mieder dazu). Es hatte über dem Gesäß ein Polster, so dass die Röcke nicht herunterrutschen konnten und auch ab der Taille der Rock nach außen gedrückt wurde. Anders wie bei den heutigen Dirndln ist das Dekolleté durch das hochgeschlossene Leinenhemd bedeckt. Auch die Brust wurde beim Leibchenschnitt nicht betont. Unter der engen Taille quoll die barocke Form der Röcke hervor. Die enge Taille wurde somit besonders hervorgehoben. Über dem Leibchen folgte zur Festtracht der Körres (eng anliegendes Jäckchen mit keulenförmigen Ärmeln). Der vordere Teil des Leibs beim Körres, aber auch bei den zur Tanztracht getragenen Leibchen, war mit breiten und aufwendigen Goldborten und -spitzen sowie mit meist 8 zweireihig angebrachten Filigransilberknöpfen verziert. Darüber das „Schabbo“ ein weißer Spitzenkragen und darauf das seidene Tuch mit dem sog. „geflammten“ Muster. Dieses wurde über der Brust gekreuzt und im Nacken geschlungen, so dass die beiden Enden hinten herabhingen. Als Kopfbedeckung trug die Frau entweder den goldenen Flitterkranz zur Hochzeit oder an sonstigen Feiertagen die Bänderhaube mit den schwarzen Moireebändern, die meist bis über das Gesäß herabhingen und den ganzen Rücken der Frau bedeckten. Das einigen als Trachtenschmuck bekannte goldene Kreuz gab es zu dieser Tracht noch nicht. Hier wurde ein gefasster Patrona-Bavariae-Taler an einer silbernen Erbskette getragen oder gar eine Bernsteinkette. Manche Frauen trugen auch eine Kropfkette aus feinen Glasperlen. Das Tuch wurde vorne mit einer silbernen Filigran-Brosche gehalten. Die Hände wurden mit aus feinem Garn gestrickten Perlen-Halbhandschuhen verziert. Nur der Daumen war einzeln angestrickt. Diese Handschuhe nennt man „Stäucherli“. Da vorne die Finger herausschauen, kann man auf einigen alten Fotografien sehen, dass reiche Bäuerinnen nahezu an jedem Finger einen Ring trugen.

Zur alten Tracht wurden weiße Baumwollstrümpfe und schwarze Lederschuhe getragen. Die Strümpfe waren mit aufwendigen Zopf- und Lochmustern aus feinem weißen Garn gestrickt. Neben schwarzen Lederschuhen trugen die Frauen auch die ganz flachen „Schleicherli“ oder auch mit buntem Blumenmuster bestickte Straminschuhe.

Bei der beschriebenen Tracht handelt es sich um die Festtracht bzw. Tanztracht. Über die Arbeitstracht aus dieser Zeit kann man nur noch wenig sagen, weil hierzu kaum alte Trachtenstücke überliefert wurden.

In den nächsten Ausgaben informieren wir Sie über die Männertrachten aus der Zeit um 1850, die weitere Entwicklung der lebendigen Tracht zur sog. „neuen Tracht“ um 1920 und bis zu ihrem vermeintlichen Aussterben im Jahr 2000.

Oliver Brust

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Strickstube 14.10.2020

Liebe Brauchtumsfreunde,

die „Strickstube“ in der Wintersaison 2020/21 beginnt wieder.

Am MIttwoch, 14.10.2020, wollen wir uns um 15.00 Uhr im Ateliergaden von Claudia Cebulla treffen.

Es ist eine alte Tradition, dass man sich in den Herbst-/Wintermonaten zum gemeinsamen handarbeiten getroffen hat. Das wollen wir wieder aufleben lassen. Bringen Sie dazu einfach Ihre bereits begonnenen Strick-, Stick und sonstige Handarbeitssachen mit und wir wollen gemeinsam beim gemütlichen Kaffee handarbeiten und uns dabei unterhalten. Übrigens, zur Strickstube sind auch Nichtmitglieder herzlich willkommen. Bitte um kurze telefonische Anmeldung bei Claudia Cebulla Tel. 806165. 

Wichtiger Hinweis zu Corona. Die Anzahl der TeilnehmerInnen ist beschränkt. Bitte melden Sie sich daher unbedingt vorher bei Claudia Cebulla an. Nehmen Sie nicht teil, wenn Sie an Erkältungssymptomen leiden oder positiv auf COVID19 getestet wurden oder Kontakt zu einer an COVID19 erkrankten Person hatten. Die allgemeinen Hygieneregeln sind zu beachten. Die Durchführung des Treffens ist abhängig von der allgemeinen Infektionslage und den daraus abzuleitenden Bestimmungen für Vereinstreffen. Die Kontaktdaten von TeilnehmerInnen werden erfasst.  

Mit freundlichen Grüßen

Annemie Brust, Tel. 85970

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Herzliche Einladung zum Vereinsabend am 01.07.2020 um 20.00 Uhr im Feuerwehrhaus

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Corona-Serie (8)

Liebe Brauchtumsfreunde,

in dieser für uns alle ungewohnten Zeit, in der wir uns nicht zum tanzen, singen, feiern und einfach zum zusammen sein treffen können wollen wir Euch ein paar Bilder aus unserer 32-jährigen Vereinsgeschichte und unserer „Trachtenschatzkammer“ zeigen. Sie sollen Euch an die schönen gemeinsamen Stunden erinnern und die Hoffnung auf eine Zeit wach halten, in der wir uns wieder treffen können und auch große Trachtenfeste feiern können.

Heute befassen wir uns mit dem ehemaligen Radfahrverein.

Unser Bild zeigt den Geldersheimer Radfahrverein vermutlich in den Jahren zwischen 1900 und 1914. Mir geht es hier in erster Linie nicht um die Geschichte des Radfahrvereines, sondern um die Rolle der Tracht. Interessant ist, dass die Männer in zeitgenössischer Mode zu sehen sind. Sie waren es vermutlich auch, die die Mitglieder waren und den Verein mit Leben erfüllt haben. Zu einem Festanlass haben sie Ehrendamen ernannt. Diese sind in der Bildmitte platziert und tragen eine Mischform der Tracht. Mieder, Röcke und Schürzen (mit Schürzenbänder) stammen aus der Zeit der sog. „alten Tracht“ (1850-1880). Die 1900-1920 modernen Halstücher sind aber nicht mehr nach hinten gebunden getragen worden, sondern wurden in den Ausschnitt gesteckt. Bei der späteren Tracht wurden sie dann vor der Brust gekreuzt und in den Schürzenbund gesteckt. So tragen wir sie auch noch heute. Ebenso interessant ist, dass die Ehrendamen keine Festtracht, sondern Tanztracht (mit weißen Blusen) trugen. Eigentlich hätte ich hier den langärmeligen Körres erwartet. Außerdem tragen sie auch das nach 1900 in Mode gekommene goldene Kreuz zur eigentlich alten Tracht von 1850-1880. Man sieht, auch damals gab es das Phänomen, dass man zu besonderen Anlässen in die historischere Kleidungsform gewechselt ist, da man diese für repräsentativer hielt. 

Bleibt gesund.

Mit kameradschaftlichen Trachtengrüßen

Euer
Oliver Brust

Leiter der Trachtengruppe

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Corona-Serie (7)

Liebe Brauchtumsfreunde,

in dieser für uns alle ungewohnten Zeit, in der wir uns nicht zum tanzen, singen, feiern und einfach zum zusammen sein treffen können wollen wir Euch ein paar Bilder aus unserer 32-jährigen Vereinsgeschichte und unserer „Trachtenschatzkammer“ zeigen. Sie sollen Euch an die schönen gemeinsamen Stunden erinnern und die Hoffnung auf eine Zeit wach halten, in der wir uns wieder treffen können und auch große Trachtenfeste feiern können.

Heute befassen wir uns mit dem Fronleichnamsfest.

Unser Bild zeigt die Fronleichnamsprozession vermutlich in den 1920-er Jahren. Der Prozessionszug geht vom Unterdorf/Kreuzuung Würzburger Straße Richtung Kirche. Im Hintergrund ist das Geschäftshaus Georg Hümmer (später Edeka Hümmer und zuletzt Bäckerei Ludwig zu sehen). Interessant ist, dass die Männer in zeitgenössischer Mode zu sehen sind, während noch zahlreiche Frauen in Tracht gekleidet sind. Die ledigen Frauen tragen keine Kopfbedeckung und bei den verheirateten Frauen sind die Kopftücher gut zu erkennen.

Ein weiterer religiöser Brauch zu Fronleichnam war es, dass junge Mädchen in Festtracht die Mutter-Gottes-Statue mitgetragen haben. Diese Mädchen wurden „Marienbildmädchen“ genannt. ca. 1995 bis 2012 haben wir diesen Brauch in Geldersheim wieder aufleben lassen. Zuletzt war es schwer, die Mädchen dazu zu motivieren und der Brauch ist wieder eingeschlafen. Vielleicht gelingt es uns in der Zukunft wieder…?

Bleibt gesund.

Mit kameradschaftlichen Trachtengrüßen

Euer
Oliver Brust

Leiter der Trachtengruppe

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Corona-Serie (6)

Liebe Brauchtumsfreunde,

in dieser für uns alle ungewohnten Zeit, in der wir uns nicht zum tanzen, singen, feiern und einfach zum zusammen sein treffen können wollen wir Euch ein paar Bilder aus unserer 32-jährigen Vereinsgeschichte und unserer „Trachtenschatzkammer“ zeigen. Sie sollen Euch an die schönen gemeinsamen Stunden erinnern und die Hoffnung auf eine Zeit wach halten, in der wir uns wieder treffen können und auch große Trachtenfeste feiern können.

Heute sehen Sie Bilder mit der sog. „alten Tracht“:

Aufnahme aus den 1920-er Jahren. Eine junge Geldersheimerin hat die historische Tracht als Tanztracht angezogen.
Hier im Vordergrund die historische Tracht als Hochzeitstracht.
Rosa Schmittfull und Hermann Christ sind in den 50-er Jahren für diese Aufnahme in die historische Tracht geschlupft.
Unsere Sina ist 2010 für die Aufnahme in die historische Tracht geschlüpft.

Unsere Frauentracht hat sich immer wieder weiterentwickelt. Es gibt jedoch besondere Epochen. Die sog. „alte Tracht“ aus der Zeit von 1800-1880 und die „neue Tracht“ aus der Zeit von 1880 bis 1930. Die alte Tracht ist sehr bunt und die Röcke sind weit ausladend. Als Unterrock wird ein sog. Wattrock getragen. Das ist ein wattierter Reifrock, der für die besondere Form des Oberrocks sorgt. Über dem Wattrock und unter dem Oberrock wird der mit Kurbelstickerei verzierte eigentliche Unterrock getragen, der aus schwerem Wollstoff gemacht wurde. Die Oberröcke waren meist rot aus gestärktem Leinen und am Saum mit seidenen Blumenbändern besetzt. Körres bzw. Mieder waren reich mit goldenen Borten verziert. Das Schultertuch wurde nach hinten geschlungen und nicht wie bei der späteren Form über der Brust gekreuzt und in den Schürzenbund gesteckt. Zur Hochzeit trug die Braut einen sog. Flitterkranz und später die Bänderhaube. Diese Tracht ist die wohl prächtigste Form. In unseren Beständen befinden sich ein paar einzelne Exemplare, die wir nur zu Ausstellungszwecken benutzen. Die eigentliche Vereinstracht ist die mehr bekannte Form um 1920.

Bleibt gesund.

Mit kameradschaftlichen Trachtengrüßen

Euer Oliver Brust

Leiter der Trachtengruppe

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